Abgeschickt von Andre Dedy am 28 Dezember, 2003 um 23:04:24
Antwort auf: Re: Schimmel in der Wohnung von Fy GAdiot am 05 Dezember, 2003 um 12:09:16:
Schimmelpilze in der Wohnung sind nicht nur unansehnlich, sondern auch gesundheitsschädlich. Wenn sich Schimmelpilze schon als schwarze oder andersfarbige Flecken zeigen, hilft kein Abwischen und kein Make-up mehr. Die Sporen schwirren millionenfach in der Luft und können bei empfindlichen Menschen Allergien, Kopfschmerzen und viele andere Beschwerden auslösen.
Die Hauptursache für Schimmelpilz-Probleme: falsches oder ungenügendes Lüften. Wasserdampf, der beim Kochen, Waschen, Duschen und Atmen an die Raumluft abgegeben wird, kann nicht mehr abziehen. In einem Vier-Personen-Haushalt werden pro Tag etwa zehn Liter Wasser an die Raumluft abgegeben. Damit diese Feuchtigkeit sich nicht in Form von Tauwasser an kalten Stellen niederschlägt und Schimmelbildung hervorrufen kann, müssen sie "weggelüftet" werden.
Während alte Fenster noch eine "Fugenlüftung" hatten, also nie ganz dicht waren, verhindern neue Isolierglas-Fenster meist den Luftaustausch. Wer also Schimmelbildung vermeiden will, muß vor allem richtig lüften: mehrmals täglich für etwa fünf Minuten die Fenster ganz öffnen - möglichst für Durchzug sorgen. Und das gilt besonders nach dem Einbau neuer Fenster. Es gilt, seine Lüftungsgwohnheiten zu ändern, was vielen Menschen offenbar schwer fällt. Denn laut der Zeitschrift Öko-Haus (September 1997) machen Schimmelpilzprobleme nach dem Austausch alter, einfach verglaster Fenster gegen dichte Isolierglasfenster knapp 13 Prozent aller Bauschäden in Deutschland aus!
Auch das Lüften mit gekippten Fenstern genügt nicht. Bei gekipptem Fenster und geschlossener Tür ist erst nach etwa einer Dreiviertelstunde die Luft im Raum vollständig ausgetauscht. Außerdem: Das ist Energieverschwendung pur.
Mangelhafte oder falsche Wärmedämmung ist ein weiterer Grund für Schimmelbildung in Wohnungen. Die Thermokamera kann Schwachstellen in der Außendämmung indirekt sichtbar machen. Helle Stellen auf der Thermografie-Aufnahme bedeuten: Hier zieht Wärme fast ungedämmt nach außen. Es können Wärmebrücken entstehen. Innen gibt es dann kalte Flächen, wo sich Feuchtigkeit niederschlägt und sich Schimmelpilze anschließend wohl fühlen.
Den Schimmel nur zu entfernen, bringt gar nichts. Nur eine fachgerecht ausgeführte Wärmedämmung von innen und außen und der Austausch von Fenstern läßt Feuchtigkeit innen, und damit den Schimmel, verschwinden.
Oft ist eine regelrechte Detektivarbeit nötig. Sicher ist: Da, wo es ständig feucht ist, wo es organische Materialien wie Farben, Holz oder Tapeten zu knabbern gibt, da gedeihen vielfarbige Schimmelpilze prächtig. Wo die Ursachen im Einzelfall liegen, das sollte ein Sachverständiger klären. Er nimmt erst eine Schimmel-Probe und schickt sie anschließend ins Labor.
Dort werden die Pilze und Bakterien aus der Probe gezielt vermehrt, um festzustellen, welche Arten sich niedergelassen haben. Denn bestimmte Pilze sind aggressiver als andere. Krank machen übrigens nicht die Pilze selbst, sondern die Sporen und Giftstoffe, die sie produzieren.
Ist auf den ersten Blick kein Schimmelbefall festzustellen, lassen aber bestimmte gesundheitliche Beschwerden darauf schließen, so kann eine Luftmessung sinnvoll sein. Die entsprechenden Geräte saugen Luft an und halten Pilzsporen fest, die im Labor dann ausfindig zu machen sind.
Werden die Pilzdetektive nicht fündig, gibt es ja noch Schimmelhund Oskar. Seine empfindliche Spürnase ist getrimmt auf Pilzsporen: In 98 Prozent der Fälle findet er die Übeltäter.
Übrigens:
Auch zu feuchte Blumenerde zieht Schimmelpilze an. Also einmal im Jahr umtopfen. Schimmel verschwindet, wenn die Ursache von Grund auf bekämpft wird. Anti-Schimmel-Sprays enthalten oft gesundheitsschädliche Chlorverbindungen. Sie wirken aber nur an der Oberfläche. Wer sie unbedingt nehmen will, sollte unbedingt die Gebrauchsanweisung beachten.
Bei leichter Schimmelbildung zum Beispiel im Bad helfen aber genauso gut fünfprozentige Essigessenz, alkoholhaltige Reiniger oder Sodalösung aus der Apotheke.